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Urheberrecht beim Bloggen: Darauf müssen Sie acht geben

Das Urheberrecht schützt sprachliche Texte als „Werke der Literatur“. Voraussetzung für den Schutz ist der „Werkcharakter“ des Textes, also dass sich darin eine eigentümliche geistige Schöpfung manifestiert, die sich vom Alltäglichen, üblicherweise Hervorgebrachten abhebt und individuelle Züge trägt. Die Anforderungen sind aber nicht so hoch, dass nur künstlerische Texte oder Texte mit besonderer gedanklicher oder sprachlicher Tiefe geschützt sind. Vielmehr können – ausreichende Individualität vorausgesetzt – auch Gebrauchstexte als Sprachwerk anzusehen sein.

Daher sind zum Beispiel (Online) Zeitungsartikel und Blogbeiträge in der Regel als Werke der Literatur geschützt, weil in ihnen individuelle Züge des Verfassers zum Ausdruck kommen. Aber auch sehr kurze Texte – etwa ein Tweet – können geschützt sein, wenn sie originell sind und sprachlich gesehen über das Landläufige hinausgehen.

Wann ist ein Text urheberrechtlich geschützt?

Ob ein Text urheberrechtlich geschützt ist, muss immer im Einzelfall beurteilt werden. Im Zweifel empfiehlt es sich, den Werkcharakter eines Textes zu unterstellen und die in diesem Fall erforderliche Zustimmung für eine Nutzung einzuholen. Die Vervielfältigung und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Texte, aber auch von Ausschnitten dieser Texte, ist nämlich nur mit Zustimmung jener Person zulässig, die die Verwertungsrechte innehat. Dies ist häufig der Autor selbst, kann aber auch ein Dritter sein, der Nutzungsrechte vom Autor erworben hat.

Wer ist tatsächlich berechtigt?

Die Gefahr, dass die Person, die die Zustimmung zur Nutzung eines Textes erteilt, in Wahrheit nicht der Berechtige ist, trägt man allerdings selbst. Wenn sich also herausstellt, dass man von einer nicht berechtigten Person „Rechte erworben“ hat, kann der tatsächlich Berechtigte trotzdem gegen die Nutzung vorgehen. Darum sollte man den Berechtigten stets eine „Schadloshaltungserklärung“ abgeben lassen, gemäß der er für den Aufwand aufzukommen hat, der entsteht, wenn ein Dritter berechtigte Ansprüche geltend macht.

Zitieren ja, aber wie viel?

Ohne Zustimmung des Berechtigten ist die Nutzung (Vervielfältigung, Verbreitung) eines Texts nur im Rahmen eines Zitats zulässig. Ein Zitat im Sinne des Urheberrechts, ist die Anführung einzelner Stellen eines veröffentlichten Sprachwerks. Zulässig ist ein solches Zitat (von den Juristen als „kleines Zitat“ bezeichnet, weil es noch ein umfassenderes Zitatrecht für wissenschaftliche Werke gibt) also nur, wenn aus dem zitierten Werk lediglich kleinere Passagen angeführt werden.

In welchem Umfang zitiert werden darf, ist stets im Einzelfall anhand des konkreten Zwecks der Zitierung zu prüfen. Dieser Zweck muss das Zitat und dessen Umfang rechtfertigen. Voraussetzung für die Zulässigkeit des Zitats ist außerdem, dass die Quelle – soweit dies möglich ist – vollständig angegeben und das Zitat daher als solches gekennzeichnet ist.

Diese drei Punkte sollten Sie mitnehmen:

  1. Urheberrechtlich geschützt sind Texte, die – anders als alltäglich, üblicherweise hervorgebrachte Texte – als eigentümliche geistige Schöpfung anzusehen sind.
  2. Wer sich Nutzungsrechte an Texten einräumen lässt, sollte sich vergewissern, dass der Vertragspartner tatsächlich auch über diese Rechte verfügt.
  3. Zitate aus fremden Texten sind in beschränktem Ausmaß zulässig und als solche mit Quellenangabe zu kennzeichnen.

 

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