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Warum Video Content noch wichtiger wird [2022 Update]

Es ist mittlerweile fast schon unumstritten, dass Video die Nummer 1 unter allen Content-Formaten ist. Der Video-Content-Boom hat bereits vor einigen Jahren begonnen und seit 2019 deutlich an Fahrt aufgenommen – auch dank der Entwicklungen rund um die COVID-19-Pandemie.

First Time Video Marketers 2022_wyzowlQuelle: wyzowl Video Marketing Statistics 2022

Das Ende dieser Entwicklung ist allerdings noch lange nicht in Sicht. Umso wichtiger ist es spätestens jetzt, einen Plan für eigenen Video Content zu entwickeln: Vor allem viele B2B-Unternehmen hinken hier noch immer hinterher. Das Ganze ist nicht so leicht, wie man sich das vielleicht vorstellt. Es gehört mehr dazu, als nur die Kamera einzuschalten, auf Aufnahme zu drücken und dann das Video ins Netz zu stellen.

Warum Sie auf Video Content setzen sollten

Im folgenden Beitrag liefern wir Ihnen einige Argumente, warum Sie Videos 2022 stärker in den Fokus Ihrer Content-Strategie rücken sollten. Dazu beziehen wir uns zu einem großen Teil auf die aktuellen Video-Marketing Statistics 2022 von wyzowl.

1. Video Content schafft Vertrauen

Kein Medium transportiert Emotionen so gut wie Video. Einen Blogbeitrag lesen, einen Podcast hören, alles schön und gut: Doch es ist das Zusammenspiel von Bewegtbild und Ton, das uns am meisten berührt – und so auch Vertrauen schafft.

Kunden wollen wissen, dass sie in guten Händen sind. Dabei hilft ihnen auch eine “visuelle” Bestätigung. Nehmen wir zum Beispiel unser Agentur-Vorstellungsvideo: Wir konzentrieren uns hier darauf, zu zeigen, wer die Menschen sind, die hinter dem Unternehmen stehen. Keine Verkaufspräsentation, keine Übersicht über unser Leistungsspektrum, kein “wie toll wir sind”. Wir wollen, dass potenzielle Kunden uns schon vorab kennenlernen können: Wir zeigen unsere “Persönlichkeit”.

 

Ein weiteres gutes Beispiel für persönlichen Video Content sind Videos in “Follow-up-E-Mails”. Eine 08/15- “Follow-up-E-Mail” versenden kann jeder, doch haben Sie schon einmal ein persönliches Video in ein “Follow-up Mail” integriert?

Was in den USA im Vertrieb in vielen Bereichen bereits Standard ist, ist im DACH-Raum noch eher unüblich. Unsere Business-Development-Representative (BDR) Agnes schickt sehr vielen potenziellen Kunden persönliche Videos und erzielt damit gute Ergebnisse. Diese nimmt sie einfach mit der eigenen Webcam über das Vidyard-Video-Modul in HubSpot auf und fügt sie ihren E-Mails direkt hinzu. Das nimmt für routinierte Video-Macher weniger als zehn Minuten pro E-Mail in Anspruch.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer potenziellen Kunden: Wenn sich jemand die Zeit nimmt und extra für Sie ein kurzes Video aufnimmt, hat das gleich eine ganz andere Wirkung als ein Copy-Paste-Schreiben, oder?

Inbound Marketing Guide 2022:  Leitfaden mit Checklisten, Vorlagen und Tools für B2B-Unternehmen

2. Videos haben einen guten ROI

Der klassische Weg eines Kunden startete in der Vergangenheit meistens direkt mit dem ersten Kontakt zum Vertrieb. Heute starten Kunden ihre Reise selbst und entscheiden anhand von selbst recherchierten Informationen, ob ein Unternehmen die geeignete Lösung für ihre Bedürfnisse bereitstellt. Content ist der erste Kontaktpunkt, an dem heute kein Weg mehr vorbeiführt – und damit ein entscheidender Baustein für den ROI eines Unternehmens.

Video Content können Sie – neben Ihrer Website – als “digitale Filiale” für den (Erst-)Kontakt sehen: Videos beantworten Fragen und repräsentieren Sie und Ihr Unternehmen 24/7. Und das erfolgreich:

  • Laut wyzowl gaben 81 Prozent der befragen Marketer an, dass Videos ihnen geholfen haben, ihren Umsatz zu steigern.
  • 86 Prozent sagen, dass Videos ihnen helfen, Leads zu generieren.
  • Gleichzeitig wird so auch die Kundenbetreuung effektiver: 94 Prozent der Marketer gaben an, dass Video-Content ihnen dabei geholfen habe, mehr Verständnis unter den Kunden für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen – und 49 Prozent sagen sogar, dass sich durch Videos die Anzahl der Support-Anrufe reduziert habe.
  • Bei 87 Prozent der Marketer zeigt sich somit ein guter ROI durch den Einsatz von Videos.

3. Kunden bevorzugen Video

Menschen nehmen bis zu 70 Prozent mit den Augen wahr, sprich die visuellen Sinne sind bei uns am meisten gefordert. Die Aufmerksamkeit des Kunden wird dadurch auf natürliche Weise mehr angesprochen als durch andere Content-Formate und bleibt dadurch länger und stärker in Erinnerung.

Die Erkenntnisse der Video-Marketing-Statistics untermauern das. Wyzowl befragte im Rahmen der Umfrage auch Online-Kunden zu ihrem Kaufverhalten:

  • 73 Prozent gaben an, dass sie sich am liebsten ein kurzes Video über ein Produkt oder eine Dienstleistung anschauen würden;
  • statt einen Artikel, eine Website oder andere Beiträge zu lesen (11 Prozent);
  • oder eine Infografik anzuschauen (4 Prozent);
  • oder ein E-Book ö.ä. herunterladen (3 Prozent);
  • oder an einem Webinar teilzunehmen (3 Prozent);
  • oder Informationen durch ein Verkaufsgespräch bzw. eine Demo zu bekommen (3 Prozent).

4. Videos übernehmen den Mobilen Markt

Weiters steigt die Nutzung des Internets und der damit verbundenen Dienste über Smartphones. Laut des Ericsson Mobility Reports macht Video Traffic derzeit bereits 69 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs aus – 2027 soll diese Zahl bei 79 Prozent liegen.

Pro Woche sehen wir uns mittlerweile durchschnittlich 19 Stunden Online-Videos an. Dies ist ein Anstieg von einer Stunde pro Woche im Vergleich zu 2021 und ein Anstieg von 8,5 Stunden pro Woche in den vergangenen vier Jahren.

Average hours of online video watched per week 2022_wyzowlQuelle: wyzowl Video Marketing Statistics 2022

Während Mobiltelefone früher nahezu ausschließlich zum Telefonieren und SMS versenden verwendet wurden, sind Smartphones heute unser persönliches Infotainment-Center in der Hosentasche.

Mobile-First in der Planung und Erstellung Ihrer Videos ist ein absolutes Muss, da auch hier die Zugriffszahlen weiter in die Höhe schnellen werden.

5. Google liebt Video Content

Suchmaschinen wie Google mögen es, wenn Inhalte divers aufbereitet sind, sodass für verschiedene Nutzer-Typen etwas dabei ist. Wie oben erwähnt: Der eine liest lieber einen ganzen Text, die andere scannt lieber und bevorzugt Bullet-Points, Infografiken und Tabellen und ein Dritter schaut hauptsächlich Videos.

Wenn Sie für all diese Nutzer-Typen innerhalb eines Blogbeitrags bzw. einer Website etwas bereithalten, wird sich das positiv auf Ihre Platzierung in Suchmaschinen auswirken. Google selbst bietet ja die Möglichkeit, nur nach Videos zu suchen (und sogar einen eigenen Tab in den Suchergebnissen, der nur Video-Ergebnissen gewidmet ist).

Daneben verbessert Video Content SEO die Sichtbarkeit von Websites insgesamt, denn Videos erhöhen die “Time Spent on Page”, verbessern die Organic Click-Through-Rate (CTR) vor allem auf Social Media und führen häufig zu qualitativ hochwertigen Backlinks.

Was Sie bei Video-Content-Marketing beachten sollten

Sie sind nun entschlossen loszulegen und gleich das erste Video zu drehen? Ausgezeichnet, jedoch gibt es einiges zu beachten, bevor Sie damit anfangen.

Bis vor wenigen Jahren war es noch immer ein großes Vorhaben von Unternehmen, ein Video zu produzieren. Meistens wurde dazu eine professionelle Agentur angeheuert, die Produktion dauerte einige Monate. Heutzutage muss das nicht immer so sein. Gute Smartphone-Kameras und Webcams kombiniert mit dem richtigen Licht können oftmals schon ausreichen, um Video Content zu produzieren.

Somit sind die Eintrittsbarrieren zur Erstellung von Videos deutlich niedriger, die Kosten überschaubar und auch der Aufwand nicht überwältigend. Videos müssen nicht immer teuer, perfekt und höchst inszeniert sein. Die einfachsten und wichtigsten Videos, die Sie ohne viel Aufwand produzieren können, sind:

  • Landingpage-Videos, in denen Sie erklären, was genau ein User bekommt, wenn er z.B. ein Formular für einen Download ausfüllt.
  • 80-Prozent-Videos: Hier klären Sie 80 Prozent der Fragen, die Ihrem Vertrieb während des ersten Kundengesprächs immer wieder gestellt werden.
  • Mitarbeiter–Videos, in denen sich Ihre Mitarbeiter persönlich vorstellen, sodass potenzielle Kunden diese kennenlernen können.
  • Videos über Ihre Produkte oder Dienstleistungen.
  • Kosten-Videos, in denen Sie erklären, wie sich der Preis bzw. die Kosten für ein Produkt oder eine Dienstleistung zusammensetzen
  • Faktencheck-Videos: Sie sind der Größte, Schnellste, Beste? Beweisen Sie es!
  • Social-Proof-Videos: Lassen Sie glückliche Kunden zu Wort kommen. Auch so ein Testimonial kann schnell am eigenen Laptop per Webcam gedreht werden.

Bevor Sie allerdings loslegen, sollten Sie einige Ressourcen in die Planung Ihrer Video-Content-Strategie stecken.

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Qualität und Zielgruppe

Bei der Video-Content-Produktion sollten Sie folgendes berücksichtigen:

  • Welches Content-Format (Interview, Erklärung, Testimonial, Animation usw.)?
  • Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen?
  • Welche Nachricht soll diese Zielgruppen erreichen?
  • Was ist der gewünschte Call-To-Action?
  • In welcher Phase der Buyer's Journey soll das Video angesiedelt sein?

Video Content Plattformen und Social Media

Je nach Plattform kann Video-Content auch variieren und muss daher angepasst werden. YouTube bietet sich an, um neue Leads anzusprechen oder auch für das sogenannte Remarketing, während Facebook oft für Kundenpflege genutzt wird. Länge, Format und Art der Produktion sind auch verschieden, je nach den Anforderungen der jeweiligen Video-Plattformen.

Auf Facebook oder LinkedIn werden Livestreams immer beliebter, die mehrere Stunden dauern können, wogegen auf YouTube meistens die kurzen und qualitativ hochwertigeren Videos besser ankommen.

Auch das wird sich noch im Laufe der Zeit verändern, vor allem weil Social Media Plattformen auch immer mehr auf diesem Gebiet voranschreiten werden (siehe die Entwicklung von TikTok oder auch Instagram in Bezug auf Video Content).

Which channel do video marketers plan to use in 2022_wyzowlQuelle: wyzowl Video Marketing Statistics 2022

Video-Produktions-Budget

Ein wichtiger Punkt, über den selten gerne geredet wird, ist das Budget. Es ist wichtig zu wissen, was man bereit ist zu investieren, um die gewünschte Nachricht an die Zielgruppe zu bringen.

Natürlich ist es möglich, mit einem Smartphone preiswert anschauliches Material zu kreieren, jedoch muss man dabei auch die Erwartungshaltung des Zielpublikums mit einberechnen. Deswegen ist es sehr hilfreich einen Spielrahmen festzulegen, dadurch erleichtert man auch den Kreativ-Schaffenden die Einteilung der Ressourcen.

Video-Daten auswerten und lernen

Wie bei so vielen Dingen, kann man vergangene Erfolge als Rechtfertigung hernehmen, um zu stagnieren. Video-Content-Produktion ist ein stetiger Prozess, der die kreative Weiterentwicklung des Konzepts sowie Auswertung der Daten umfasst.

Auch hier eignet sich ein Tool wie z.B. Vidyard bzw. HubSpot:

 

Denn wer nicht auswertet, wie lange Nutzer ein Video ansehen, welche Themen sie priorisieren, welche Formate am besten ankommen und viele andere Messdaten, wird sehr lange im Dunkeln tappen.

Video vs. Blog Content

Blogs sind in der Herstellung im Normalfall weniger zeitaufwendig als Videos. Für einen Blog benötigt man in der Regel vier bis sechs Arbeitsstunden mit Recherche, Texten, Überarbeiten, Links, Bildern, Formatieren.

Für Videos kann man mindestens zwei Tage rechnen, mit Konzept, Dreh, Postproduktion. Natürlich ist das abhängig von Format, Länge und Dreh-Aufwand. (Ein guter Tipp ist, mehrere Videos hintereinander zu drehen. Dann ist das Set-Set-up nicht mehr so zeitaufwendig).

Wenn man jedoch beschließt, regelmäßig Videos zu produzieren, dann zahlt sich eine einmalige Investition in Video-Equipment und einen eigenen Videografen aus. 55 Prozent der Videovermarkter erstellen ihre eigenen Videos intern. 12 Prozent beauftragen ausschließlich andere Personen/Unternehmen mit der Erstellung von Videos für sie. 32 Prozent nutzen eine Mischung: Sie erstellen einige Videos selbst und vergeben andere an externe Dienstleister (wyzowl).

Die eigentliche Frage ist nicht Blog vs. Video-Content, sondern wie diese Inhalte sich ergänzen können, und wie das von Ihrem Unternehmen umgesetzt werden kann.

Die Bedeutung von Video Content 2022

Zusammengefasst kurbeln Videos Traffic an, bauen Vertrauen auf und verstärken Conversions und den Absatz. Videos gewinnen branchen- und industrieübergreifend mehr und mehr an Bedeutung, denn auch B2B-Video-Content lässt sich mittlerweile schnell und kostengünstig intern erstellen.

Daher ist es auch keine Überraschung, dass 79 Prozent der Marketer, die bisher keine Videos verwenden, 2022 mit dem Einsatz von Videos als Marketing-Tool beginnen wollen (ein 10 Prozent Plus im Gegensatz zu 2021).

Inbound Marketing Guide 2022:  Ein branchen- und industrieübergreifender Leitfaden mit Checklisten, Vorlagen und nützlichen Tools für B2B-Unternehmen

Christine Betschel

Über Christine Betschel

Halb Österreicherin, halb Südafrikanerin, die liebt Flamenco zu tanzen, Indie-Folk zu singen und ohne Rezept zu kochen.