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Was ist die perfekte Länge eines Blogartikels?

Die häufigsten Fragen, die mir meine Kunden rund um das Thema bloggen stellen, sind: Wie oft sollen wir bloggen? Worüber sollen wir auf unserem Blog schreiben? Und wie lange sollte ein Blogbeitrag sein? Was meine Kunden an dieser Stelle nie hören möchten, ist “es kommt darauf an”. Doch so ist es nun mal. Bei der optimalen Länge eines Blogbeitrags handelt es sich nicht um ein weiches Ei, das bei mittlerer Größe in 4 Minuten (für meinen Geschmack) perfekt ist. Das ist leider ein bisschen komplizierter. Deshalb nütze ich diesen Beitrag, um zu erklären, wie lange Ihre Blogbeiträge sein sollten.

Wie viele Wörter sollte ein Blogartikel haben?

Die schnelle Antwort: Mindestens 900 Wörter. Die lange Antwort: So viele, wie Sie benötigen, um den Search Intent der Besucher auf Ihrer Website bestmöglich zu erfüllen. Lassen Sie mich das genauer erklären, für all jene von Ihnen, die nun auch noch weiterlesen, obwohl Sie eine konkrete Zahl serviert bekommen haben. 

Zum Start in diesen Beitrag gleich mal ein Video, in dem ich erkläre, wie Sie in 15 Schritten erfolgreich bloggen als Unternehmen:

 

Eines der primären Ziele Ihres Blogs sollte sein, dass Google Ihnen Besucher auf Ihre Website schickt. Google ist ein Marktplatz und versucht, Nutzern jene Seiten in den Top Suchergebnissen aufzulisten, von denen Google am ehesten vermutet, dass Sie auf der jeweiligen Seite finden, wonach Sie gesucht haben. Damit Google seiner Rolle als Marktplatz nachkommen kann, muss Google wissen, worum es in Ihrem Blogartikel geht. 

Ihr Text muss somit für die Suchmaschine optimiert sein. Ihre Bilder brauchen Alt-Texte, Ihre Targeted Phrase muss in den wichtigsten Elementen des Beitrags in abgewandelter Form erwähnt sein, Ihre URL muss den gängigen Kriterien entsprechen, etc. Und außerdem (und das ist am wichtigsten) muss der Search Intent erfüllt werden.

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Die schnelle Antwort: 900 Wörter als Länge für Ihre Blogbeiträge

900 Wörter ist die schnelle Antwort in Zahlen - denn jeder, der solch eine Frage stellt, möchte eine Zahl genannt bekommen. Diese 900 Wörter fußen auf keiner wissenschaftlichen Studie, Meinungsumfrage etc. Ich persönlich finde wissenschaftliche Studien zu diesem Thema auch nicht aussagekräftig, da es immer auf den Search Intent, das Thema, den User dahinter, die angenommene Rezeptionssituation, uvm. ankommt. 

900 Wörter sind einfach die Benchmark, die sich bei takeoff sowohl in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden als auch in der Erstellung unserer eigenen Beiträge bewährt hat. Es ist tatsächlich so, dass unsere besten Seiten teilweise über 3.000 Wörter haben. Das soll jetzt nicht der Anspruch an jeden einzelnen Blogbeitrag sein. Doch kein einziger unserer Beiträge umfasst weniger als 900 Wörter. Warum? Das bringt mich gleich zur Überleitung an die lange Antwort: Weil wir den Search Intent der Nutzer nie in unter 900 Wörtern erfüllen können. 

Die lange Antwort: Der Search Intent als Maßstab für die Länge

Der Search Intent ist das, was der Nutzer bei der Eingabe in Google wissen möchten. Keywords sind nicht der Search Intent, sondern eine Verschriftlichung des Search Intents. Das bedeutet, jemand denkt sich etwas, das er recherchieren möchte und versucht, diesen Gedanken in Worte zu fassen. Diese Worte werden für die Eingabe in die Suchmaschine verwendet. 

In diesem Beitrag habe ich Ihnen ausführlich erklärt, was Keywords sind und wie Sie die richtigen Keywords finden. Ihnen sollte aber eben immer bewusst sein, dass Sie keine Keywords mit Ihren Blogbeiträgen targeten, sondern den dahinterliegenden Search Intent. Denn Keywords kann man nicht targeten, wie SEO-Genie Franz Enzenhofer so schön sagt. 

Und dieser Search-Intent ist für die Länge Ihres Blogbeitrags maßgeblich. Wenn jemand nach “Rezept Cheesecake” sucht, will diese Person ein Rezept für einen köstlichen Cheesecake. Bilder, Zutaten, Anleitung, besondere Tipps und so weiter. Und dieses Rezept ist vielleicht 500 Wörter lang, vielleicht 700, vielleicht 1.200. Diese Person ist jedenfalls nicht daran interessiert, einen 2.000 Wörter Beitrag über die Herkunft und Entstehung des Cheesecakes zu lesen. 

Oder sehen wir uns ein anderes Beispiel an. Jemand sucht nach “frühjahrsputz haus”. Ich nehme an, dass der dahinterliegende Search Intent ist, dass diese Person einen Frühjahrsputz in einem Haus machen möchte. Vermutlich will sie wissen, was alles beim klassischen Frühjahrsputz gemacht wird, wie sie am besten systematisch vorgeht, was für Tipps und Tricks es dafür gibt, wie viel Zeit sie sich bei einem klassischen Einfamilienhaus nehmen sollte und natürlich: wie bleibt alles möglichst lange ordentlich nach dem Frühjahrsputz?

Um solch einen Beitrag zu schreiben und all diese Fragen (sowie einige weitere, die Ihnen im Laufe des Schreibens einfallen und relevant erscheinen) zu beantworten, kommen Sie nie unter 1.000 Wörtern davon. 

Ein Blogbeitrag ist mehr als nur Text

Auch wenn die Länge eines Blogbeitrags wichtig ist, sollten Sie sich immer dessen bewusst sein, dass kaum jemand Ihre Blogbeiträge lesen wird. Die Menschen scannen. Sie öffnen einen Beitrag, lesen die Headline und die Sub-Headlines und vereinzelte Textpassagen. Doch kaum jemand nimmt sich die Zeit, um Wort für Wort und Satz für Satz vollständig zu lesen. 

Machen Sie es Ihren Lesern somit so einfach wie möglich, die wichtigsten Informationen aus Ihrem Blogartikel zu extrahieren. 

Bedienen Sie sich dafür unterschiedlicher Content Formate, denn Blogbeiträge sind mehr als bloß Absätze mit Text. Setzen Sie Listen, Tabellen, Bullet Points, Infografiken, Bilder, Videos, O-Töne ein.  

Mein Rat: Schreiben Sie, bis Sie fertig sind

Das klingt nun einerseits einfach, andererseits abstrakt, ist allerdings der beste Rat, den ich Ihnen geben kann. Die 900 Wörter als untere Benchmark für die Länge eines Blogartikels sind schön und gut. Doch versuchen Sie, die Blogbeitragslänge nicht als etwas zu sehen, dass man in ganzen Zahlen misst. Sondern viel mehr als etwas, das einen Zweck erfüllt, Antworten liefert, unterhält, informiert und vielleicht sogar berührt. Ziehen Sie Ihren Beitrag nicht unnötig in die Länge und schreiben Sie nicht so lange, bis Sie endlich eine gewisse Wortanzahl erreichen. Schreiben Sie, bis Sie fertig sind.

Whitepaper: Erfolgreiche Blogbeiträge verfassen

Lisa Panzenböck

Über Lisa Panzenböck

Reisebegeisterte Yogini mit einer Schwäche für gute Weine und kitschige Sonnenuntergänge. Digitale Medien sind ihr virtuelles zu Hause.