false

Wie Sie als B2B-Unternehmen einfach Content Ideen generieren können

Jeden Tag werden über 5 Millionen Blogbeiträge weltweit veröffentlicht – die Anzahl der täglich erscheinenden Blogbeiträge ist über die letzten Jahre rapide gestiegen. Das heißt aber nicht, dass diese gelesen werden, geschweige denn Kunden bringen. Viele dieser Beiträge verschwinden in die Tiefen des Internets (welches auf Seite 2 von Google beginnt) und bleiben oft auch dort.

Genau aus diesem Grund ist es bedeutend, nicht nur irgendwelche Quellen für Ihre Content-Ideen heranzuziehen, sondern Quellen, die Ihnen helfen, relevanten Content zu schreiben.

Nachdem es allerdings nicht immer so einfach ist, zu neuen, relevanten Ideen für Content zu kommen, haben wir Ihnen hier einige Gedankenanstöße zusammengefasst, die Ihnen neue Inspiration in der Content-Erstellung bzw. für Ihre Content Marketing-Maßnahmen geben.

Wirklich guten Content erstellen: Eine Anleitung für B2B-Unternehmen

Ziele von relevantem Content für B2B-Unternehmen

Bevor Sie beginnen, ist es wichtig, sich erneut vor Augen zu führen, was das Ziel Ihres Contents sein soll.

Aus unserer Sicht hat Content ein paar wichtige Aufgaben:

  • Vertrauen aufbauen: Ihre Website-Besucher sind schlau genug und erkennen häufig in kurzer Zeit, ob Ihr Content nur "Bla-bla" ist oder ihnen wirklich einen Mehrwert bietet. Sie müssen Ihnen zutrauen, dass Sie auch wirklich die Experten sind, die das spezifische Problem eines Kunden lösen können. Ihr Content hilft dabei, dieses Vertrauen aufzubauen – aber auch nur dann, wenn Sie sich nicht davor scheuen, auch schwierige Themen anzusprechen (z.B. mit den Big 5 – dazu später mehr).

  • Qualifizierte Leads erzeugen und diese "weiterbilden": Sehr allgemeiner Content wird Traffic auf Ihre Seite locken, der nicht konvertiert. Ihr Content sollte so zielgerichtet sein, dass er zum einen potenziellen Kunden dabei hilft, die beste Kaufentscheidung zu treffen – und zum anderen "Bad Fits" sich gewissermaßen selbst disqualifizieren. Ihr Content soll Ihnen hier also auch beim Lead Nurturing bzw. dabei helfen, den Sales-Zyklus zu verkürzen.

  • Umsatz erzielen: Das ideale Endresultat ist, dass Sie qualifizierte Kontakte generieren, die Ihnen vertrauen und genau wissen, was sie brauchen, wenn sie in weiterer Folge mit dem Vertrieb reden. Eine Frage, die Sie Ihren Vertriebsmitarbeitern also immer stellen sollten, ist: "Wenn wir diesen Content heute für euch produzieren: Hilft dieser euch morgen, einen Deal abzuschließen?"

Deswegen ist es nicht sinnvoll, einfach loszuschreiben. Es muss mehr Content Strategie dahinter stecken, ansonsten haben Sie viele Ideen, die aber die oben genannten Ziele verfehlen.

Experten-Teams: Die beste Basis, um in Unternehmen relevanten Content zu erstellen

Als allererstes sollten Sie Ihre Vertriebs- und Customer-Service-Teams befragen. Was sind derzeit die meisten Anfragen, die Ihr Unternehmen von Ihren Kunden bekommt? Sichten Sie auch den E-Mail-Verkehr Ihres Vertriebs und Kundenservices bzw. führen Sie die Regel ein, dass Fragen grundsätzlich gesammelt werden müssen.

Beantworten Sie diese Fragen in einem Blogbeitrag oder einem 80-Prozent-Video und Ihr Customer Service wird Ihnen danken. Auch Ihr Vertrieb, der tagtäglich mit Kunden und potenziellen Kunden zu tun hat, kann in diesem Fall eine extrem hilfreiche Quelle für die Content-Erstellung sein.

Aber noch besser als immer nur sporadisch bei diesen Teams nachzufragen, ist es, ein eigenes Team dieser Experten zu erstellen, welches genau für diese Content-Ideen zuständig ist – die US-Inbound-Agentur IMPACT nennt das ein "Revenue Team". Hier ihre Beschreibung:

"This team is made up of key players from your sales and marketing teams, and is centered around their shared goal of increasing revenue through traffic, leads, and sales."

In anderen Worten, das Ziel von diesen Brainstorming- und Optimierungs-Meetings ist Content einzuplanen, der viel mehr als nur Traffic bringt, nämlich auch qualifizierte Leads und als Endresultat Umsätze.

Wie strukturiert man die gesammelten Content-Ideen?

Im besten Fall haben Sie nach diesen Meetings eine lange Liste an Ideen. Aber wie wissen Sie, mit welchen Sie starten sollen? Welche eher für Videos als für Blogbeiträge geeignet wären? Oder wie lange Sie mit diesen Themen auskommen werden?

Wenn Sie laufend frischen, guten Content produzieren wollen, dann kommen Sie nicht umhin eine permanente Content-Redaktion einzurichten. Das Verfassen von Blogbeiträgen passiert schließlich nicht nebenbei.

Bei den Redaktionssitzungen starten Sie am besten mit ‘bottom of the funnel’ (BOFU) Content. Das sind Fragen, die ein potenzieller Kunde z.B. bei einem Verkaufsgespräch stellen würde.

Dafür sind die sogenannten Big Five Themen hervorragend geeignet:

  1. Preise und Kosten
  2. Probleme
  3. Vergleiche
  4. Bestenlisten
  5. Rezensionen

Nachdem Sie den BOFU Aspekt umfangreich beleuchtet haben, können Sie sich den Funnel hinaufarbeiten zu MOFU (middel of the funnel) und TOFU (top of the funnel) Content.

Obwohl die Content-Ziele, das Experten-Team und die Redaktionssitzungen schon die ideale Basis für relevanten Content bieten, haben wir im nächsten Abschnitt ein paar weitere Inspirationsquellen angegeben, damit Ihnen die Content-Ideen nicht ausgehen.

Whitepaper: Content-Erstellung für B2B-Unternehmen mit der They Ask, You Answer Methode

10 weitere Quellen für neue B2B-Content-Ideen

1. Fragen Sie Ihre Kunden direkt

Stellen Sie Ihren Kunden immer wieder diese eine Frage: "Was ist derzeit die größte Herausforderung in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Branche?" Entweder im Rahmen einer kurzen Umfrage oder im direkten Gespräch.

2. Fragen Sie die Experten Ihrer Branche

Unser CEO Martin ist Teil einiger spannender Master-Mind Gruppen. Durch diesen Austausch kommen einige neue Content-Ideen hinzu bzw. werden schon vorhandene Ideen bestärkt und aus einer neuen Perspektive gesehen.

Es gibt höchstwahrscheinlich ähnliche Formate oder Foren in Ihren Branchen, die solche Gedankenanstöße bieten können.

3. Machen Sie laufend eine Keyword-Recherche

Welche Keywordphrasen werden in Ihrer Branche auf Suchmaschinen genutzt? Mit Tools wie z.B. ahrefs können Sie das herausfinden. Schreiben Sie zu diesen Keywordphrasen Artikel, die ein Problem lösen.

Wichtiger Hinweis: Sie sollten nicht nur Entscheidungen aufgrund des Suchvolumens treffen. Nur weil viele Personen nach dem Begriff suchen, heißt es nicht, dass diese für Sie relevante Besucher sind.

4. Monitoren Sie Social Media

Worüber reden Menschen auf Social Media in Ihrer Branche? Hören Sie aufmerksam zu und mischen Sie sich in diese Gespräche ein. Ein Tool, mit dem Sie herausfinden können, welche Keywords auf Social Media besonders oft geteilt und gefolgt werden, ist Buzzsumo.

Oder Sie gehen ganz "old school" vor und suchen nach den jeweiligen Begriffen in Form von Hashtags, Seitennamen, Gruppennamen, etc. Jedenfalls ist Social Media Monitoring eine sehr einfache und effiziente Art, um zu neuen Content-Ideen zu kommen.

Tipp: Wenn Sie HubSpot nutzten, können Sie in Social Media Tool eigene Twitter-Monitor Streams zu bestimmten Keywords erstellen, und direkt dort an der Diskussion teilnehmen.

5. Lesen Sie die News Ihrer Branche

Kommentieren Sie die Berichterstattung Ihrer Branche. Sie sind ein Experte und haben sicher eine Meinung zu dem, was in Zeitungen und Magazine über Ihre Branche berichtet wird.

"Content-Creation" heißt nicht, dass Sie jeden Content selbst erfinden müssen. Nutzen Sie das, was andere sagen und schaffen Sie durch Ihre Sichtweise einen Mehrwert.

Wir lesen unter anderem regelmäßig den HubSpot Newsletter mit Neuigkeiten aus der Inbound-Marketing-Welt. Wir nehmen z.B. Inbound-Trends aus den USA als Beispiel und kommentieren, wie diese im DACH-Raum am besten umgesetzt werden können.

New call-to-action

6. Gehen Sie zu Events (Online oder vor Ort)

Schreiben Sie vor dem Event, was Sie erwarten, was Sie am Programm interessiert und was Sie eher langweilig finden werden. Nach dem Event schreiben Sie, was eingetroffen ist, was Sie überrascht hat, was Sie gelernt haben.

Events können Ihnen auch helfen ein Netzwerk an Personen aufzubauen, die sich für dasselbe Thema interessieren und dadurch können auch neue Content-Ideen bzw. Kollaborationen entstehen.

7. Graben Sie in Ihrem Archiv

Welche Beiträge sind besonders gut bei Ihren Lesern angekommen? Das erkennen Sie dann, wenn über Beitrage äußerst viel auf Social Media gesprochen wird. Auch die Attribution-Reports in HubSpot können Ihnen dabei helfen, zu erkennen, welcher Content zu den meisten MQLs, SQLs und Kunden geführt hat.

Besonders wertvoll sind Seiten auf Ihrer Website, auf die viele andere Websites verlinkt haben. Das können Sie z.B. auch mit ahrefs herausfinden.

Wenn Sie ein Muster erkannt haben, schreiben Sie ähnliche Beiträge und aktualisieren Sie Ihren Evergreen-Content laufend nach diesem Muster.

8. Checken Sie Ihren Mitbewerb

Worüber schreiben Ihre Mitbewerber? Reagieren Sie darauf. Loben Sie Beiträge von Mitbewerbern, wenn Sie diese gut finden. Wir würden Ihnen natürlich nicht empfehlen, den Content Ihres Mitbewerbs zu kopieren, allerdings können Sie sich die ein oder andere Inspiration für Ihren nächsten Blogbeitrag holen.

9. Teilen Sie Best Practice

Wie haben Sie ein besonders schwieriges Problem bei einem Kunden gelöst? Teilen Sie Ihren Erfolg mit Interessenten, die womöglich überlegen, Ihre Leistungen in Betracht zu ziehen. Solche Beiträge zeigen nicht nur Ihre Lösungskompetenz, sondern auch Ihren besonderen Einsatz, den Sie für schwierige Kundensituationen aufbringen.

10. Lassen Sie sich inspirieren und schreiben Sie es nieder

Inspiration lauert überall. Sie werden nicht nur durch das Lesen von Fachartikeln und Branchenmeetings inspiriert. Oftmals ist es eine lustige Fernsehsendung, ein Kinderbuch, oder eine Begegnung im Alltag, die Sie inspiriert. Außerdem haben Sie sicher schon erlebt, dass Ihnen bei alltäglichen Situationen – unter der Dusche (es gibt sogar wasserdichte Notizblöcke genau dafür), beim Gassi gehen, abends im Bett – großartige Ideen gekommen sind.

In vielen Fällen benötigt unser Kopf eine kleine Auszeit von der Fachmaterie und verbindet erst nach einiger Zeit die einzelnen Punkte zu etwas Sinnvollem. Was auch immer Ihnen wann auch immer einfällt: Schreiben Sie es sofort auf, oder nehmen Sie ein Memo auf Ihrem Handy auf!

Wirklich guten Content erstellen: Eine Anleitung für B2B-Unternehmen

Der Content-Ideen-Filter

Die Themenwahl kann auch mit den oben genannten Strategien herausfordernd sein. Am besten verwenden Sie einen internen Filter, mit dem Sie alle Ideen scannen, bevor Sie diese in Ihrem Redaktionsplan aufnehmen.

Folgender Content bzw. Themen sollte rausgefiltert werden:

  • Themen, die für Ihre Käufer (also jemand, der potenziell bei Ihnen kaufen würde) nicht relevant sind.
  • Themen, bei dem denen nicht klar ist, wann genau diese Information gebraucht wird.
  • Themen, die ein hohes Suchvolumen haben, aber nicht spezifisch genug sind (falscher ‘Search Intent’ bzw. kein “Buy Intent”) – Ist es sicher, dass ein Kunde diese Frage genau so stellen würde oder bedienen Sie hiermit nur ein High Search Volume Keyword?
  • Und natürlich Themen, die klar eine werbliche Absicht haben und nicht auf die Lösung von Problemen zielen, sondern nur die eigene Lösung in den Vordergrund stellen.

All diese Fehler können vermieden werden, indem Sie immer folgende Perspektive einnehmen:

Ihr Content ist dazu da, potenziellen Käufern (1), die ein spezifisches Problem (2) haben, zu helfen (3).

Jeder Content, der diese Kriterien nicht erfüllt, ist höchstwahrscheinlich nicht relevant und sollte daher nicht aufgenommen werden.

Fazit: Neue Content-Ideen in B2B-Unternehmen entwickeln

Es gibt verschiedene Wege, um gegen Mangel an Content-Ideen anzukämpfen. Aufgrund der Quantität der täglich veröffentlichten Blogbeiträge bedarf es so viel mehr, als einfach nur einen Beitrag ins Internet zu stellen. Dieser Content muss ein klares Ziel, ein starkes Experten-Team und einen geschmeidigen Brainstorming-Prozess haben, um Resultate zu erreichen und dadurch auch relevant zu sein.

Anleitung: Wirklich guten Content erstellen

Christine Betschel

Über Christine Betschel

Halb Österreicherin, halb Südafrikanerin, die liebt Flamenco zu tanzen, Indie-Folk zu singen und ohne Rezept zu kochen.