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Social Media Marketing – Ratschläge von Mathias Haas [Experten Interview]

by Christine Betschel
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Wenn man sich die Social Media Analytics und Insights manchmal anschaut, könnte man das Gefühl haben auf einem Laufband unterwegs zu sein - nichts geht weiter. Die meisten von uns haben häufig oder zumindest das ein oder andere mal Social Media privat verwendet, aber Social Media im Unternehmen ist wieder eine ganz andere Geschichte. Es wird immer schwieriger für Unternehmen damit Erfolg zu haben oder überhaupt gesehen zu werden - was sehr frustrierend sein kann. Und obwohl dieses Thema schon jetzt sehr komplex ist, scheint es immer nur noch komplexer zu werden. Genau aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass ich einen Experten auf diesem Gebiet interviewen durfte.

In diesem Interview habe ich Mathias Haas 13 Fragen gestellt, die uns bei Take Off PR brennend interessieren - und Sie hoffentlich auch. Aber zuerst einmal möchte ich Mathias vorstellen und zeigen warum er sich auf Social Media Marketing spezialisiert hat.

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Angefangen hat das ganze 2006/2007 als er für ein Jahr auf Weltreise war und dort Social Media für sich entdeckt hat, um damit professionell zu Arbeiten. Damals noch studiVZ, MySpace und angefangen mit Blogs. Als er dann zurückgekommen ist, machte er ein Praktikum bei Red Bull zum Thema Social Media und Social Media Marketing.

Da er einerseites mit großen internationalen Konzernen und auf der anderen Seite mit lokalen NGOs auf verschiedenen Kontinenten arbeitete, hat er viel ausprobieren und sich dadurch auch enormes Praxiswissen aneignen können.

In den letzten sieben Jahren ist dann ein großes Sammelsurium aus Best Practices entstanden und auch eine Workshop Linie zum Thema Social Media Marketing für Community Managers.

In den letzten zwei Jahren hat er seinen MBA gemacht, und seine Masterarbeit zum Thema Community Management für Facebook geschrieben.

Mathias, wie genau kann Social Media einem Unternehmen helfen? 

Es hat natürlich mehrere Vorteile. Erstens einmal hat die Welt von Social Media die Kommunikation an sich verändert. Vorher haben Unternehmen, wenn sie zu einer breiten Masse reden wollten, auf traditionelle Medien zurückgreifen müssen (wie Radio, Fernsehen und Zeitung). Das ist erstens sehr kostspielig und zweitens weiß man nicht so recht bei wem meine Message, oder was ich auch immer anbieten will, ankommt.

Social Media hat es zum ersten Mal geschafft, dass es eine direkte Kommunikation zwischen Unternehmen und deren Kunden geben kann - und vor allen Dingen das in Echtzeit. Das heißt ich kann in Echtzeit mit diesen Menschen kommunizieren und auch Feedback bekommen.  Also der erste Riesenvorteil ist, Feedback in Echtzeit und Konversation mit meinen Kunden.  

Und dann kommen wir auch schon zum Nächsten: Ich möchte nicht nur Kunden haben, sondern im besten Fall auch loyale Kunden, die auch noch begeistert sind von dem was man als Unternehmen macht. Da geht es um richtiges Relationship Building. Also um eine Kundenbeziehung aufzubauen, die mehr ist als nur ein Fan, sondern eine Beziehung die aus den Usern Multiplikatoren macht, die so begeistert sind von einem Produkt, dass sie selbst für mich und für mein Unternehmen Fürsprache halten. Das wäre die Idee. 

Social Media ist viel günstiger als klassische Medien und es ist einfach zu bedienen, weil für eine Webseite braucht man meistens gleich einen Experten. Für Social Media braucht man auch Experten, aber prinzipiell kann sich jeder User mit der einfachen Benutzeroberfläche auf Facebook auskennen.

Es ist nicht nur günstiger im Vergleich zu traditionellen Medien, sondern auch effizienter. Man kann auch viel besser Targeten - ich spreche nur zu denen, die wirklich potenziell an meinem Produkt interessiert sind und nicht, wie über die Zeitung, an alle. Das heißt Ich kann meine Zielgruppe viel schöner einschränken.

Welche Plattformen machen in Österreich am meisten Sinn?

Die Frage ist ganz klar zu beantworten - Nummer eins ist eindeutig Facebook. Facebook hat in Österreich 3,2 Millionen User und das hat einen Marktanteil von Social Media Webseiten von 77% - also der absolute Platzhirsch. Weit danach kommt erst Tumblr, Youtube, Twitter und so weiter, mit kleinen Prozentteilen.  

Twitter in Österreich ist kaum relevant, es gibt dort zwar ein paar Opinion Leader und ein paar Journalisten aber kaum lesende Accounts. Das sind 25.000 lesende Accounts, somit wenig relevant.

Was man dazu sagen muss ist, es kommt immer darauf an von welchem Business wir reden. Facebook macht fast in den meisten Fällen Sinn, aber die Welt von Social Media ist natürlich sehr groß. Es kann natürlich sein, dass für das eine oder andere Unternehmen Nischen auch Sinn machen, wie zum Beispiel Pinterest oder Snapchat. Es kommt immer auf die Zielgruppe an.  

Und wie ist es mit LinkedIn?

Ja es kommt ein bisschen darauf an wer die Zielgruppe ist. Wenn man internationales Business betreibt und international Leute ansprechen will ist LinkedIn sicher relevant. Wenn man mehr im deutschsprachigen Raum unterwegs ist, ist sicher Xing relevant.

Funktioniert Social Media Marketing im B2B oder B2C Bereich besser?

Einfacher ist es wahrscheinlich im B2C. Aber ich unterscheide immer zwischen drei Sachen B2B, B2C und B2I.  B2I also ‘Business to Interest Gruppe’. Es kommt dann natürlich wieder auf die Ziele an. Im Business-to-Consumer ist es einfacher, weil man direkt mit den Konsumenten redet..   

Business-to-Business macht genauso Sinn. Ich als Agentur (Super Social) habe auch eine Facebook-Seite aber da gibt es ein anderes Ziel. Meine Kunden können zwar auch auf Facebook sein, aber in Wirklichkeit geht es trotzdem darum zu informieren, was man macht. Man spricht nicht direkt zum Konsumenten, aber man spricht vielleicht zu Freunden von dem Konsumenten oder zu eigenen Freunden und Verwandten.    

Einfacher ist auf jeden Fall B2C, aber für B2B gibt es genauso eine Berechtigung. Wenn man ein konservatives oder traditionelles Unternehmen ist und eigentlich nicht so viel mit Privatpersonen zu tun hat, dann macht es vielleicht Sinn nur LinkedIn oder Xing zu betreiben. 

Ein ‘Business to Interest Gruppe’ Beispiel ist Lufthansa Cargo. Es ist eine der größten und interessantesten Facebook Seiten. Lufthansa Cargo betreiben nur B2B, haben aber einen Facebook Channel. Dieser ist aber nicht für potentielle Business Partner, sondern für eine Interessensgruppe (Leute die sich an Luftfahrt und Luftfracht interessieren). Also das ist eine dritte Sparte. Und Lufthansa kann dadurch Marketing betreiben, obwohl es gar nicht um ihr eigenes B2B Unternehmen geht. Also ist sehr spannend.

Was ist mit SnapChat für Business?

Also ich glaube Snapchat ist nur für die Businesses interessant, die erstens eine jüngere Zielgruppe haben, zweitens richtig was Cooles zu erzählen haben und drittens, denen es nur um Awareness geht. Weil auf Snapchat kann man als Unternehmen momentan nicht sehr viel mehr machen.

Ein Beispiel wäre ein Festival oder irgendein junges Unternehmen, das viele Geschichten zu erzählen hat (also viele Inhalte hat). Diese können Snapchat nutzen um ihre Geschichte zu erzählen und ein junges Publikum zu erreichen. Sonst halte ich Snapchat momentan noch nicht sehr attraktiv für Businesses.

Wie hoch sind gute Conversion Rates bei Facebook?

Das kommt in Wirklichkeit wieder auf jede Kampagne an. Also Conversion rein mit Community Management ist sehr schwierig. Es gibt auf Facebook ‘Leads Ads’ um Leads zu generieren und die funktionieren sehr gut.

Aber man kann nie genau sagen was gute Conversions sind. Was man kann, ist eine Kampagne starten, diese für drei Tage ausprobieren und ein maximal Budget eingeben. Danach kann man sehen wie hoch der Cost-per-Lead ist.

Das heißt man kann durch Facebook sehr wohl Leads generieren auch im B2B Bereich und das sehr günstig.

Immer mehr hören wir von eher geschlossenen Communities auf Slack und diversen anderen Networks. Wie entwickelt sich Social Media weiter?

Slack ist schon im weitesten Sinn Social Media, aber es ist ein Projektmanagement Tool für Teams. Es geht darum das interne Teams einfach miteinander kommunizieren können und Instant Messaging, Mail und Hosting von Dateien und Kalendern und so weiter in einem Social Media Tool zusammengefasst wird.  

Das macht schon sehr viel Sinn. Man muss aber auch dazu sagen, es braucht für Teams immer Zeit sich da einzulernen und dadurch ist die Hürde das anzufangen meistens groß.

Social Media wird sich wahrscheinlich in viel mehr Lebensbereichen erweitern. Es geht der Trend in Richtung Video, Artificial Intelligence und Virtual Reality - das sind so die drei großen Themen, die gerade anstehen. Aber zu geschlossenen Gruppen kann ich momentan gar nicht viel mehr sagen.

Was sind die häufigsten Social Media Fehler, die Unternehmen machen?

Da fallen mir ein paar ein. Das erste ist zu glauben, dass Social Media gratis ist. Social Media ist nicht gratis, es bedarf Zeitaufwand (also Human Resources) und es bedarf auch ein Budget. Ohne macht es keinen Sinn anzufangen.

Zweitens man braucht einen Plan und eine Strategie. Einfach nur Social Media zu betreiben nur weil jeder Social Media hat reicht nicht, man braucht eine Strategie und einen Plan dazu: Was ich machen will, welche Ziele ich erreichen will und so weiter.

Das Dritte ist, sehr oft höre ich von Unternehmen,  ‘ja wir wollen jetzt Social Media starten da suchen wir uns einen Studenten der macht das schon, weil der kennt sich schon aus'. Nächster Fehler, wie schon gesagt, man braucht eine Strategie und eine Plan und auch jemanden, der das umsetzen kann. Und nur weil ein Student weiß, wie man Facebook privat benutzt heißt das nicht, dass man ihn wirklich einsetzen kann, um Facebook professionell zu betreiben. 

Die Facebook Plattform, gerade wenn es ums Thema kommerzielle Nutzung von Facebook geht, ist sehr komplex und man muss viel Vorwissen haben um anfangen zu können.

Ist Social Media ohne Paid Ads eine Zeitverschwendung?

Zeitverschwendung ist schon ein krasses Wort - aber ohne Paid Ads und ohne bezahlte Werbung für Social Media gibt es ganz wenig bis kein organisches Wachstum und kein bis ganz wenig organische Reichweite. Das heißt, wenn man Social Media gescheit machen will, braucht es eine Person, die das kann und beherrscht und auch die Zeit dafür hat. Und zweitens ein Budget, weil ohne Budget grenzt es an Zeitverschwendung. Also ohne Paid Ads geht fast nichts mehr.

Und das klassische Beispiel ist wenn ich mal 1.000 Leute oder 10.000 Leute auf meine Facebook-Seite gebracht habe, erreiche ich im Schnitt nur 2 bis 4% wenn ich ein Posting mache - das ist nichts - außer ich lege Geld dahinter, dann erreiche ich die Menschen wieder. Das heißt es ist eigentlich notwendig dafür zu bezahlen.

Ist ein Editorial Calendar unbedingt notwendig?

Ja - kurze Antwort ist ja.

Wie sollte man am besten auf negative Kommentare reagieren?

Facebook bietet (bin jetzt wieder bei Facebook) da verschiedene Mechanismen. Man kann schauen, ob dieses Kommentar nicht nur negativ ist, sondern ob das eine konstruktive Kritik ist, die man durchaus verwenden kann. Oder ob es einfach nur negativ ist und überhaupt nichts beiträgt, also nur ein Internet Troll, wie man sie nennt. Vielleicht sagt jemand sogar was straffälliges oder was illegales, was gar nicht gesagt werden darf, laut Gesetz.  

Facebook gibt die Möglichkeit Kommentare zu verstecken - also ‘hide’. Das hat den Vorteil, dass derjenige der den Kommentar geschrieben hat, nicht merkt, dass sein Kommentar verborgen ist, aber alle anderen User sehen das als Kommentar nicht mehr. Wenn es um was geht was vielleicht strafrechtlich relevant ist, dann gibt es immer den Tipp Screenshots davon zu machen und diesen User bei Facebook zu melden.  

Wenn es konstruktive Kritik ist, wäre es gut drauf einzugehen und zu sagen ‘ma danke für das Feedback wir versuchen uns zu verbessern’. Wenn es nur negativ ist, dann nicht darauf eingehen, sondern verbergen.

Was sind gute Quellen, um mehr über Social Media zu lernen?  

Jeden würde ich mal empfehlen Super Social auf Facebook zu liken ;). Den relevantesten deutschsprachigen Social Media Blog halte ich für allfacebook.de das ist das wo ich meine Informationen großteils herbekomme. Ich like alle Facebook Business Seiten, Facebook for Business zum Beispiel.

Und dann kriege ich von Facebook einen Industrie Newsletter der heißt "Facebook Global Business Solutions". Und von denen bekomme ich ein Update-Mail, wenn es neue Services oder Features gibt. (Da ich ein Facebook Partner bin, bekomme ich den, weil den bekommt man nicht so einfach). Aber wenn man mal ein Unternehmen ist das viel Geld in Social Ads pro Monat investiert kann man Facebook Partner werden und diesen Newsletter auch bekommen.

Gibt es noch etwas hinzuzufügen?

Es gibt tausende Themen, die wir besprechen könnten, das Thema ist einfach sehr komplex. Wie schon gesagt, man kann als Unternehmen sehr viel ausprobieren aber wenn man das gern gescheit machen möchte, sollte man eben die Zeit, die Mühe und das Geld dafür haben. Und man sollte sich bei den Themen, wo man sich nicht sicher ist, professionelle Hilfe holen.

Fazit

Social Media wird wahrscheinlich in nächster Zeit nicht weniger komplex, aber wir sollten uns nicht davon abschrecken lassen - denn wie oben gesagt, wenn richtig gemacht, kann es große Vorteile für Ihr Unternehmen bringen. Und wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, kann ich den Super Social Workshop von Mathias sehr empfehlen!

Hier können Sie sich unseren Social Media Leitfaden herunterladen:

Social Media Leitfaden

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Christine Betschel

Christine Betschel

Halb Österreicherin, halb Südafrikanerin, die liebt Flamenco zu tanzen, Indie-Folk zu singen und ohne Rezept zu kochen.

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