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Wie Sie Ihre Web Performance verdoppeln können [Anleitung]

by Samuel Bredl
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Ich habe 140 Stunden damit verbracht unsere Webseite so zu optimieren, damit Google uns möglichst viele Besucher und Leads schickt. Das Ergebnis war eine Verdopplung unseres monatlichen Traffics und der Anzahl an Kundenkontakten. Es war viel Arbeit. Aber keine Hexerei. In den folgenden Schritten zeige ich genau wie ich dabei vorgegangen bin und wie auch Sie Ihre Web Performance steigern können.

1. Ich erstelle eine Liste [Content Audit]

In einem ersten Schritt erstelle ich eine Liste aller Pages, die ich analysieren möchte. In meinem Fall sind das die Blogposts von Take Off PR. Wenn man über lange Zeit hinweg Blogbeiträge schreibt, kommt da schon einiges zusammen. Und obwohl wir unsere Beiträge ständig optimieren, musste ich in einem ersten Qualitäts-Check einige hinauswerfen. Andere habe ich in unseren Redaktionskalender zur Überarbeitung gegeben. Geblieben sind 154 Blogbeiträge, die ich auf eine Excel-Liste exportiert habe.

Wenn Sie HubSpot nutzen, können Sie mit dieser Anleitung Ihre Pages exportieren.

blogpost ranking take off pr april 2016

2. URL Check

  • Funktioniert die URL, oder werde ich auf die Startseite geleitet?
  • Ist das Keyword in der URL?
  • Passt die Länge? Die URL sollte keine unlesbare Auflistung an Wörtern sein. Ich verwende meistens eine verkürzte Version des Blogtitels. In diesem Beitrag verwende ich "webperformance-anleitung". Generell kann man sagen, dass kurze URLs zu bevorzugen sind: Sie lassen sich leichter lesen, können rasch kopiert und einfach auf Social Media geteilt werden und auch Google mag kurze URLs. 
  • Um die URL kurz zu halten, empfiehlt es sich bereits bei der Blogstruktur darauf zu achten, nicht zu viele Subfolder zu haben. Hier ein Beispiel: http://www.takeoffpr.com/blog/content-marketing/2016/landing-page wird zu
    http://www.takeoffpr.com/blog/landing-page 

Leseempfehlung: 15 Best Practices for URL Structures

3. Keywordoptimierung

Passt das jetzige Keyword, oder finde ich ein besseres? Bei der Wahl des passenden Keywords achte ich auf diese Punkte:

  1. Anzahl der Suchanfragen pro Monat. Wir möchten das Google uns viel Traffic schickt. Deshalb gilt es Keywords zu finden, die besonders häufig gesucht werden. Dazu verwende ich den Google Keyword Planner.
  2. Long-Tail. Längere Keywordphrasen funktionieren im Marketing besser, weil sie den Besucher am Ende ihrer Customer Journey erreichen. Hier ein Beispiel: Jemand gibt auf Google "Content Marketing" ein. Vermutlich möchte er sich einfach informieren was Content Marketing ist. Ein anderer Besucher gibt "Was kostet Content Marketing?" ein und zeigt dadurch ein bereits größeres Kaufinteresse.
    Um diese, längeren Keywordphrase herauszufinden verwende ich dieses Keyword Tool. 
  3. Relevanz. Findet der Besucher zu diesem Keyword relevante Inhalte auf meinem Beitrag? Wird er den Inhalt nützlich finden und teilen? Kann ich den Beitrag auf dieses Keyword bearbeiten; besitze ich die notwendige Kompetenz.
  4. Keyword Schwierigkeit. Ich habe jetzt das perfekte Keyword, die perfekte Keyword Phrase gefunden. Sie wird oft gesucht und passt genau zu dem was ich zu sagen habe. Aber wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Dazu gebe ich einfach die Keywordphrase auf Google ein und sehe welche Webseiten zur Zeit die Top 10 belegen. Sind diese Seiten zu schlagen? Wie lange sind deren Artikel? Hab ich mehr zu diesem Thema zu sagen? Bestimmt!

Leseempfehlung: Wie Sie die richtigen Keywords für Ihr Business finden

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4. Eine bessere Headline

Headlines sind wie Autobahnschilder auf die wir mit 200 km/h (oder schneller) zurasen. Da bleibt nicht viel Zeit. Eine Headline muss deshalb kurz und fesselnd sein. Einige Content Experten gehen sogar so weit, dass sie für die Headline mehr Zeit aufbringen, als für den gesamten restlichen Content.

Optimale Länge. Was Websiteoptimierung betrifft, sollte die Headline vor allem nicht zu lang sein. Alles was länger als 55 Charaktere ist, wird von Google abgeschnitten. Wichtig ist es daher das Keyword nicht am Ende, sondern möglichst zu Beginn der Headline zu haben. Mit diesem Tool können Sie testen, ob Ihre Headline von Google abgeschnitten wird: Google Preview Tool

Tipp: Ich schreibe meist zu Beginn einen vorläufigen Titel und feile erst wenn ich mit dem Artikel fertig bin daran. Es gibt ein paar Formeln, die ich dabei immer wieder verwende. Listen und How-To-Artikel funktionieren besonders gut.

Leseempfehlung: 10 geheime Blogtitel, die immer funktionieren

5. Die Metadescription muss einladend sein

Die Metadescription ist für die Webperformance wenig relevant. Für den User selbst ist sie aber ausschlaggebend, da die Beschreibung ihm bei der Entscheidung hilft welchen Artikel er anklicken soll. Ich schreibe daher in der Metadescription was den User im Artikel erwartet und gebe bereits die wichtigsten Informationen preis.

Tipp: Meistens findet sich eine ganz gute Beschreibung im Fazit des Artikels. Die nehme ich dann und kürze sie etwas. Ungefähr 155 Charaktere lang darf die Metadescription sein. Sonst wird sie wieder von Google abgeschnitten. 

6. Ich überprüfe den Download

Da wir unseren Blog für Marketing verwenden, hat jede Seite einen Call-To-Action (Button), der zu einem Download führt. Als erstes überprüfe ich die Click-Through-Rate dieses CTAs. Sie sollte zwischen 2-5% liegen. Liegt sie darunter muss ich mir etwas überlegen.

  • Ich überprüfe, ob der angebotene Download auch zum Inhalt des Blogbeitrages passt. Wenn nicht tausche ich ihn aus. Mittlerweile finden sich auf unserer Ressourcen Seite 14 Dowloads. Meistens passt zumindest einer vom Thema her. [Für das Thema SEO haben wir noch keinen Download, daher verwende ich für diesen Beitrag das Content Ebook als Download.]
  • Zusätzliche wechsle ich regelmäßig die Farbe und das Design unserer Call-To-Actions. Erst kürzlich hab ich darüber ein interessantes Whitepaper von Impact gelesen und unsere Buttons neu gestaltet. Ein wichtiger Tipp war nicht die eigenen Brandfarben zu verwenden, sondern andere Farben, die sich vom Rest abheben.

Leseempfehlung: Wie Sie mit Call-To-Actions noch mehr Leads generieren

7. Interne Verlinkungen und Backlinks

Interne Verlinkungen. Als nächstes überfliege ich den Inhalt des Blogbeitrags auf der Suche nach Verlinkungen. Dabei achte ich auf Wörter zu denen wir bereits einen Blogbeitrag geschrieben haben. Sind diese noch nicht verlinkt, erledige ich das. Bei internen Verlinkungen achte ich darauf, dass ich auf unsere wichtigsten Beiträge und Seiten verlinke, aber gleichzeitig nicht zu viele Links setze; das stört den Lesefluss.

Bonus Tipp: Verlinken Sie von Ihren Evergreen Posts (Posts mit viel Organic Traffic) auf kürzlich erschienene Beiträge. 

Leseempfehlung: Content Strategie: Best Practice Tipps von HubSpot

Backlinks. Externe Links sind ein klarer Indikator für Google, dass eine Website toll ist. Denn nur wenn ein Inhalt interessant oder unterhaltsam ist wird darauf verlinkt. Eine Studie von Moz zeigte, dass 99,2% aller Webseiten in den Top 10 zumindest einen Backlink hatten.

Während Backlinks nicht in meiner Macht sind, sondern von anderen Benutzern gesetzt werden, gibt es trotzdem einige Dinge, die ich dafür tun kann. In diesem Beitrag hab ich sie zussamengefasst: Wie Sie Backlinks aufbauen ohne von Google bestraft zu werden

Um herauszufinden, wie viele Backlinks ein Beitrag hat, muss ich nur auf Hubspot unter Pageperformance nachsehen. Wenn Sie kein HubSpot verwenden, kann ich Ihnen den Backlink-Checker von Majestic empfehlen.

8. Bildoptimierung

Bildgröße. Für die Webperformance spielt vor allem die Ladezeit eine wichtige Rolle. Ich überprüfe deshalb unsere Seite auf webpagetest.org und sehe sofort gegebenfalls zu große Bilder, die die Ladezeit beeinträchtigen. Diese Bilder schnapp ich mir dann und reduziere sie auf max 100KB. Das reicht meistens aus, um die Ladezeit deutlich zu beschleunigen und die Qualität ist dennoch gut.

Alt text. Als nächstes überprüfe ich bei den Bildern, ob ein alt text vorhanden ist. Der wichtigste Grund für diese Beschriftung ist die Usability. Der alt text dient als alternative Beschreibung des Bildes für User, die das Bild nicht öffnen können.

Der alt text sollte daher in ein paar Wörtern beschreiben was auf dem Bild zu sehen ist. Da das Bild wichtig für den Beitrag ist, sollte auch das Keyword darin vorkommen. Man sollte allerdings nicht wahllos Keywörter einbauen, da dies dem Zweck wiederspricht und von Suchmaschinen ignoriert wird.

Leseempfehlung: 14 Grafikprogramme und Webseiten um hochklassige Bilder zu erstellen

9. Kommentare

Gibt es offene Kommentare? Obwohl wir eine Notification bekommen, sobald jemand einen Kommentar hinterlässt, kann es passieren dass wir einen Kommentar übersehen. Kommentare geben Ihrer Seite nicht nur einzigartigen neuen Content, sondern tragen auch dazu bei, dass der Beitrag frisch bleibt. Google mag das.

10. Analyse

Wenn ich all diese Schritte gemacht habe, analysiere ich nochmal die Liste.

  • Welche Beiträge bekommen den meisten Organic Traffic? Wie können wir mehr von diesen Beiträgen erstellen?
  • Welche Downloads funktionieren am Besten?
  • Bei welchen Keywords ranken wir noch nicht unter den Top 10? Kann man hier die Beiträge überarbeiten, länger schreiben, oder mit einem anderen Beitrag zusammenführen?

Diese Informationen werte ich aus und bringe sie in die nächste Redaktionssitzung ein.

Ergebnis Web Performance

Zu guter Letzt möchte ich das stolze Ergebnis präsentieren. Nach 140 Stunden Websiteoptimierung hatten wir im April 5.147 Visits (verglichen zu 3.411) und 109 neue Kontakte (verglichen zu 53). Wir sind froh, dass wir diesen Anstieg im Mai beibehalten konnten.

Das Resultat war nicht von heute auf morgen zu sehen, da Google immer eine Weile braucht, bis alle Seiten auf einer Website neu gecrawlt werden. Wenn man so will scannt Google regelmäßig alle Webseiten auf der Suche nach frischen Content. Dieser Content wird dann bewertet und in das Suchmaschinenranking eingebunden. Mehr Infos zu diesem Thema: Wie funktioniert Google Crawling?

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Fazit

Mit etwas Optimierungsarbeit lässt sich die Webperformance deutlich steigern. Google liebt es, wenn Sie sich diese Arbeit machen und schickt Ihnen dankenswerterweise mehr Traffic. Insgesamt spart man sich viel Arbeit, wenn man gleich zu Beginn alles richtig macht. Viele Kleinigkeiten sind mir erst im Zuge der Optimierung aufgefallen, manche davon waren nervenraubend. Schlussendlich hat sich die Arbeit aber ausgezahlt und ich bin sehr zufrieden.

Haben Sie noch Tipps zur Verbesserung der Webperformance? Schreiben Sie mir einen Kommentar!

 

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Samuel Bredl

Samuel Bredl

Samuel Bredl hat Publizistik studiert. Für seine Bachelor Arbeit ist er extra nach Sofia geflogen, um den Marketing-Guru David Meerman Scott zu treffen. Auf seiner Website findet man eine lustige Geschichte dazu.

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