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Was zur Hölle ist ein Content Manager?

Von Samuel Bredl / Juli 29, 2016
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Manche Berufsbezeichnungen ändern sich schneller als man Visitenkarten nachdrucken kann. Junior Marketing Manager, Social Media Manager, Content Manager, wer soll sich da noch auskennen? In diesem Artikel möchte ich Ihnen erzählen, was ein Content Manager (Ich) so den ganzen Tag tut.

Wie alles begann

Vor langer Zeit war es einfach: Wenn Unternehmen ihr Produkt oder Neuigkeiten in die Öffentlichkeit tragen wollten, wandten sie sich an die Werbung. Diese erschien in Zeitungen, Magazinen, Radios und TV. Dann kam das Internet, ein Medium das von überall zugänglich war; noch dazu kostenlos. Die Werbung versuchte auch dort ihre Werbebotschaften mit Banner und Pop-Ups zu platzieren. Großteils jedoch erfolglos. (Wer will schon Werbung?).

Mit der Zeit realisierten Unternehmen, dass sie im Internet selbst ihr Publikum erreichen konnten (Social Media, Blogs, Videos etc.). Dazu brauchten Sie allerdings Leute, die diese Kanäle bespielen und mit Inhalten versorgen konnten. Der Beruf des Content Managers war geboren.

Der Alltag eines Content Managers

Natürlich wird Ihnen jeder Content Manager eine andere Geschichte erzählen. Ich hoffe jedoch, dass Sie eine ungefähre Idee bekommen was Sie erwartet, sollten Sie beschließen einen Job als "Content Marketer" anzunehmen.

Webseiten optimieren

Bevor wir mit unseren Kunden ein Content Marketing Projekt starten, muss der bestehende Content evaluiert und optimiert werden. Dazu erstelle ich ein Content Audit. Nach dem Schulnotensystem bewerte ich den Inhalt der bestehenden Seiten aufgrund von Textlänge, Struktur, Google Ranking und SEO-Faktoren.

Wie das funktioniert können Sie hier nachlesen: Wie ich unsere Web Performance in 140h fast verdoppelt habe [Anleitung]

Blogposts optimieren

Oft sind Blogbeiträge zu optimieren, die einfach schlecht formatiert oder nicht suchmaschinenfreundlich geschrieben sind. Es gibt viele gute Texter im Internet, aber wenige die auch SEO-Kenntnisse besitzen.

Lesen Sie dazu meinen letzten Beitrag: Warum Journalisten als Content Marketer scheitern

Fotos aus Datenbanken suchen

Für nahezu jeden Content verwenden wir Fotos; die meisten davon aus Fotodatenbanken. Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich jedes einzelne Stockfoto bereits gesehen. (Warum müssen die Leute immer in die Kamera schauen und warum haben alle klaviertastenweiße Zähne?) Ja, um halbwegs brauchbare Fotos zu finden, muss man sie entweder selbst machen oder verdammt lange suchen.

Leseempfehlung: Freie Bilder: 5 Quellen für Ihren Blog

Analytics

Sowohl unsere Kunden, als auch mein Chef möchten wissen, wie gut wir voran kommen. Die aktuellsten Zahlen (Traffic, Leads, Conversion Rates etc.) finde ich in den folgenden Tools:

Conversion Rates optimieren

Dieser Punkt unterscheidet meinen Job vermutlich von vielen anderen Content Managern. Denn unser Ziel ist es nicht nur ein Publikum aufzubauen und es mit tollen Inhalten zu bespielen. Wir möchten unser Publikum auf der Customer Journey bis zum Abschluss (Kaufentscheidung) begleiten. 

Dazu bieten wir hilfreiche Downloads an, wie zum Beispiel Whitepapers. Es wäre schön, wenn alle Besucher diese herunterladen würden. In der Realität ist es aber ein ständiges Tüfteln an den Call to Actions und Landing Pages.  

Keywordrankings optimieren

Unsere Content Strategie basiert darauf, dass wir keine Werbung verwenden, sondern wie anfangs erwähnt mit hilfreichem Content im Internet gefunden werden. Dazu müssen laufend die Top Keywords (Suchbegriffe mit denen Sie gefunden werden wollen) beobachtet werden.

Ist ein Keyword im Google Ranking auf Platz 10 oder schlechter, muss ich mir etwas überlegen. Liegt es an dem Content? Haben wir zu wenige Verlinkungen auf diesen Beitrag? Oder wurde der Beitrag nicht richtig für Suchmaschinen optimiert? 

Mit Keywordrankings könnte man sich stundenlang beschäftigen.

Redaktionssitzungen organisieren

Da ich weder Arzt bin noch Installateur, werden die Blogbeiträge unserer Kunden von Journalisten und Bloggern geschrieben, die sich in der jeweiligen Branche auskennen. Meine Aufgabe als Content Manager ist es Redaktionssitzungen zu organisieren, wo die Themen festgelegt werden.

Für die Terminkoordination und Freigabe verwenden wir Trello. Ein Tool, das ich sehr empfehlen kann! 

Newsletter erstellen

Immer gegen Ende des Monats gehen alle Newsletter raus. Wir verwenden dazu ein fertiges Template, wo wir nur noch die neuesten Beiträge einfügen müssen. Meistens kommt noch ein netter einleitender Text hinzu, der vom Chef geschrieben oder freigegeben wird.

Wie man einen nützlichen Newsletter gestaltet, erfahren Sie hier: Bitte, ich möchte einen Newsletter

Blogposts schreiben

Ein bis zwei Mal pro Woche schreiben wir auf unserem Content Marketing Blog. (Also den, den Sie gerade lesen.) Für einen Blogpost brauche ich (ungestört) einen Tag. Manchmal auch länger. Die Themen legen wir am Anfang der Woche fest. Da frühstückt unser Team gemeinsam und wir besprechen was ansteht.

Leseempfehlung: Was ich beim Schreiben von 200 Blogartikeln gelernt habe

Emails, CTAs und Landing Pages erstellen

Seit wir mit HubSpot arbeiten, ist das Erstellen von Emails, Call to Actions und Landing Pages ein Kinderspiel. Trotzdem gibt es eine Menge, was man dabei beachten sollte. Die wichtigsten Tipps finden Sie hier: 

Social Media Kanäle betreuen

Social Media ist für uns eine tolle Möglichkeit unseren Content zu verbreiten. Als Content Manager müssen Sie nicht auf jeder Social Media Plattform aktiv sein. Sie sollten jedoch zumindest wissen, wie man auf diversen Kanäle postet, Werbeanzeigen erstellt und die wichtigsten Kennzahlen misst.

Ständiges Lernen

Im Content Marketing ändert sich ständig alles. Damit wir Up-To-Date bleiben, lesen wir regelmäßig die besten Content Marketing Blogs und besuchen Webinare. Ein Mal im Jahr müssen wir unser HubSpot Certificate erneuern.

Hier können Sie selbst den Test machen: HubSpot Inbound Certification

Fazit: Was zur Hölle ist ein Content Manager?

Wie Sie sehen, ist mein Alltag recht bunt. Wenn wir einen Blick auf die eben erwähnten Tätigkeiten machen, ist ein Content Manager jemand der viel schreibt, optimiert, organisiert und ständig lernt. Es ist ein junger Beruf, der aus dem einfachen Grund entstanden ist, dass Unternehmen heute selbst zu Medien geworden sind.   


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Samuel Bredl
Über Samuel Bredl

Samuel Bredl hat Publizistik studiert. Für seine Bachelor Arbeit ist er extra nach Sofia geflogen, um den Marketing-Guru David Meerman Scott zu treffen. Auf seiner Website findet man eine lustige Geschichte dazu.