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Content Marketing vs. Inbound Marketing: Welche Unterschiede gibt es?

Von Lisa Panzenböck / Mai 21, 2020
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Unter all den Begrifflichkeiten der Marketing-Bubble ist es oftmals schwierig, einen Überblick zu behalten. In unserer schnelllebigen, höchst digitalisierten Zeit sprießen neue Fachbegriffe bzw. Marketing Disziplinen wie Pilze aus dem Boden. Daher habe ich mir gedacht, ich sorge für ein bisschen mehr Klarheit und zeige die wesentlichsten Unterschiede zwischen Inbound und Content Marketing auf.  

Inbound Marketing vs. Content Marketing - same-same or different? 

Content Marketing unterscheidet sich von Inbound Marketing, da das wichtigste Content Marketing Ziel Awareness ist und Content Marketing im B2C angesiedelt ist. Inbound Marketing geht einen Schritt weiter und hat Leadgenerierung als primäres Ziel. Im Inbound Marketing geht es vor allem um B2B.

Das ist wohl die kompakteste Art und Weise um die beiden Disziplinen zu differenzieren. In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie noch viel mehr Unterschiede und Gemeinsamkeiten, auf die ich nachfolgend genauer eingehe.

 

Unterschiede Content Marketing Inbound Marketing
Wichtigstes Ziel Awareness Leadgenerierung
Geschäftsbeziehung B2C B2B
Sales Funnel Phase Top of the Funnel Top of the Funnel, Middle of the Funnel, Bottom of the Funnel
Call to Actions Nein Ja
Landingpage mit Formularen Nein  Ja
Datenerfassung und -analyse Nein Ja
CRM Nein Ja
Automatisierung  Nein Ja
Individualisierung Nein Ja

Gemeinsamkeiten von Content und Inbound Marketing

In der Tabelle sehen Sie die wichtigsten Dinge, in denen sich die beiden Disziplinen unterscheiden. Bevor ich näher auf diese Unterschiede eingehe, lassen Sie mich einmal mit den wichtigsten Dingen, die sie beide gemeinsam haben, beginnen:

Strategische Ausrichtung

Sowohl Content Marketing als auch Inbound Marketing folgen dem Pull Prinzip. Das bedeutet, dass sich (potenzielle) Kunden aktiv zu einem Produkt/Service bzw. zu damit in Verbindung stehenden Problemen, Wünschen, etc. informieren möchten. Das Pendant dazu ist das Pull Prinzip, bei dem Menschen mit Werbung bespielt werden, ob sie wollen oder nicht. So zum Beispiel im TV, Radio, Out of Home, usw.

Kundenzentriertheit

Beide Marketingdisziplinen setzen ihre bereits existierenden Kunden und ihre potenziellen Kunden in den Fokus. Es geht nicht um die eigenen Services und Produkte (maximal 20%), sondern um die Bedürfnisse der Kunden.

Das Existieren eines Blogs

Ohne Blog gibt es kaum Traffic. Sowohl bei Content Marketing als auch bei Inbound kommt man um das Einrichten eines Blogs nicht herum. Schließlich lässt sich nachhaltiger Suchmaschinen-Traffic, und das in den Fokus setzen der Kunden kaum in einem anderen Website-Bereich so gut umsetzen wie auf einem Blog.

Keyword Research 

Um geeignete Themen für den Blog zu finden, verlangen beide Disziplinen nach einer Keyword Recherche. Dabei recherchieren Sie, auf welche Themen Sie setzen sollten, um in Suchmaschinen eine gute Sichtbarkeit zu erhalten. Hier erfahren Sie, was genau Keywords sind und wie Sie geeignete Keywords finden

Buyer Personas

Beide Disziplinen leben von relevantem Content, der Nutzern echten Mehrwert bietet. Höchstwahrscheinlich bedient Ihr Unternehmen unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Herausforderungen. Ein Mehrwert für Markus muss kein Mehrwert für Tina sein. Um in die verschiedenen Lebenswelten einzutauchen und all Ihren Zielgruppen möglichst großen Mehrwert bieten zu können, benötigen Content und Inbound Marketing Buyer Personas. Das sind halb-fiktive Vertreter Ihrer wichtigsten Zielgruppen.

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Unterschiede zwischen Inbound und Content Marketing

Wichtigstes Ziel

Das oberste Ziel im Content Marketing ist Awareness. Also das Erzielen einer gewissen Sichtbarkeit bzw. Aufmerksamkeit für das Unternehmen. Die Positionierung der Marke in Verbindung mit gewissen Themen ist dabei sehr wichtig. Inbound Marketing hat Leadgenerierung als übergeordnetes Ziel, also das Erhalten von neuen Business-Kontakten über die eigene Website. 

In diesem kurzen Video erklärt Inbound Consultant Lisa, was genau Content Marketing eigentlich ist:

 

Geschäftsbeziehung

Das bereits angesprochene Generieren von Leads im Inbound Marketing geht damit einher, dass die Geschäftsbeziehung B2B ist. Im B2C, und somit im Content Marketing, spielt die Leadgenerierung eine geringere Rolle. Es sei denn es handelt sich um Investitionsgüter von Haushalten wie zum Beispiel Immobilien, Swimmingpools oder größeren Anschaffungen.

Sales Funnel Phase

Wie schon gesagt, zielt Content Marketing primär auf Awareness ab. Im Sales Funnel gibt es drei verschiedene Phasen: Awareness (Top of the Funnel), Consideration (Middle of the Funnel) und Decision (Bottom of the Funnel). 

Die meisten Content Marketing Maßnahmen spielen sich in der Awareness Phase ab. Es wird Sichtbarkeit für das eigene Unternehmen geschaffen und idealerweise eine Themenführerschaft  aufgebaut. 

Inbound Marketing ist deutlich wirtschaftlicher und messbarer ausgerichtet. Hier wird der gesamte Sales Funnel bedient, um potenzielle Kunden bestmöglich auf Ihrer Reise zum Kaufabschluss (Buyer’s Journey) zu begleiten. Vom ersten Kontakt mit dem Unternehmen (Awareness), über Produktvergleiche (Consideration) bis hin zur Kaufentscheidung (Decision).

Sind Sie im B2C, ist diese Art von Sales Funnel nicht nötig und Content Marketing eignet sich sehr gut. Sollte Ihr Geschäftsfeld B2B sein und Sie möchten neue Unternehmen über Ihre Website als Kunden gewinnen, dann ist der oben erwähnte Sales Funnel jedenfalls nötig. Wenn Sie mehr über den Sales Funnel im Inbound Marketing erfahren möchten, dann bitte hier.

Call to Actions

Call to Actions sind interaktive Schaltflächen, auf die Sie klicken können. Während Sie im Inbound Marketing gang und gäbe sind, werden sie im Content Marketing so gut wie nie eingesetzt. Hier sehen Sie so einen Call to Action: 

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Landingpages mit Formularen

Im Inbound Marketing gibt es des Weiteren auch Landingpages mit Formularen. Falls Sie sich bereits gefragt haben, wohin die Call to Actions führen, dann ist das die Antwort: Von einem Call to Action gelangen Sie auf eine dazu passende Landingpage, auf der Nutzer ein Formular ausfüllen können. Im Gegenzug für die Angabe ihrer Daten, erhalten Sie ein Stück Content mit besonders hohem Mehrwert. Und schon haben Sie einen neuen Lead für Ihr Unternehmen generiert. 

Datenerfassung und -analyse

Im Inbound Marketing werden Daten von potenziellen Kunden erfasst und analysiert. Natürlich unter Berücksichtigung der DSGVO. Mittels Marketing Automation Software können Sie genau wissen, welche Unternehmen Ihre Website besucht haben und diese durch Anzeigen in Sozialen Medien erreichen.  

Natürlich werden auch im Content Marketing Daten erfasst und analysiert. Allerdings bezieht sich die Erfassung und Analyse auf gängige Analytics Metriken (Visits, Verweildauer, Bounce Rate,...) und nicht auf das Erreichen von gewissen Unternehmen bzw. Generieren von Leads.

CRM 

Da sich Inbound Marketing vordergründig mit dem Generieren von Leads über Ihre Website beschäftigt, ist ein direkt angebundenes CRM unbedingt nötig. Wir von takeoff arbeiten dafür mit dem CRM von HubSpot, das vollkommen kostenlos ist.

Automatisierungen

Automatisierungen spielen eine große Rolle im Inbound Marketing. Sehr viele Unternehmen, die Inbound Marketing betreiben, arbeiten mit einer Marketing Automation Software. Auch wir und zwar mit dem Marktführer HubSpot. Diese Software ermöglicht es Ihnen, viele Handlungen aus Ihrem Marketing und Vertrieb zu automatisieren. 

Ein Beispiel: Jemand gibt auf Ihrer Website seine Daten an und wird somit ein Lead. Mittels Marketing Automation können Sie einstellen, dass diese Person nach z.B. 3 Tagen, 7 Tagen und 31 Tagen Mails mit weiterführenden Informationen zu dem heruntergeladenen Content bekommt. So werden Ihre potenziellen Kunden noch besser informiert, um ihr Problem und mögliche Lösungsansätze dafür besser verstehen zu können. 

Oder ein anderes Beispiel, das gewiss für Ihren Vertrieb interessant ist: Jemand wird ein Lead über ihre Website, ist aber “schon wieder nur irgendein Student”. Mittels Marketing Automation Software können Sie die Beurteilung von relevanten Leads automatisch erfolgen lassen. Dafür legen Sie im Hintergrund einfach gewisse Kriterien fest, wann jemand ein guter Lead ist. 

Individualisierung 

Last but not least lebt Inbound Marketing auch ein Stück weit von Individualisierungen. Damit meine ich nicht nur die persönliche Anrede im Newsletter, sondern viel mehr. Mit einer Marketing Automation Software können Sie die gesamte Nutzererfahrung auf einer Website personalisieren. So dass unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Website-Inhalte von Ihnen angezeigt bekommen.

Content Marketing ist ein Teil von Inbound Marketing

Die Beiden pflegen eine nicht sehr ausgeglichene Beziehung zueinander, wenn man so möchte. Kann Content Marketing ohne Inbound leben? Ja, das kann es. Kann allerdings Inbound Marketing ohne Content Marketing leben? Nein, das kann es nicht. Inbound Marketing ist eine performance-getriebene Erweiterung von Content Marketing. 

Unsere Webdesignerin Rebecca hat zur Veranschaulichung eine Infografik erstellt, die sehr gut zeigt, inwiefern Inbound Marketing Content Marketing ergänzt:

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Fazit: Content Marketing versus Inbound Marketing

Die “Was ist denn nun besser”?-Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Es kommt immer darauf an. Wenn Sie im B2C tätig sind und über einen Blog gewisse Themen bei Ihren Zielgruppen besetzen möchten, ist Content Marketing hervorragend dafür geeignet. Wenn Sie allerdings im B2B sind und neue Kunden über Ihre Website gewinnen möchten, sollten Sie jedenfalls mit Inbound Marketing beginnen. Inbound Marketing ist viel performance-orientierter, verfolgt wirtschaftliche Ziele wesentlich stärker und der Erfolg ist auch deutlich messbarer als bei Content Marketing. 

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen mit dem Durchstarten in der für Sie richtigen Marketing Disziplin!

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Lisa Panzenböck
Über Lisa Panzenböck

Reisebegeisterte Yogini mit einer Schwäche für gute Weine und kitschige Sonnenuntergänge. Digitale Medien sind ihr virtuelles zu Hause.